Projektpartner:
Rolls Royce Deutschland GmbH
Rolls
Royce plc. (Derby, Großbritannien)
Projektförderung: BMBF, Rolls Royce
Bearbeiter: PD Dr. R. Ramlau, Dr. J. Niebsch
Laufzeit: 10/2000-12/2003 bzw. 11/2003-08/2004
Ist in einem
rotierendem System, etwa einem Flugzeugtriebwerk oder
einer Gasturbine, die Masseverteilung nicht symmetrisch zur
Rotationsachse, so
kommt es zu Schwingungen, die zu höherem Verschleiß, starker
Lärmbelastung und
im Extremfall zur Zerstörung des Systems führen. Deshalb ist es
notwendig, die
Systeme auszuwuchten. Der Vorgang des Auswuchtens von Flugzeugturbinen
ist sehr
aufwendig, da die Turbine mehrfach auseinander- und wieder
zusammengebaut
werden muss, um den Auswuchtvorgang zu optimieren. Es ist deshalb von
großem
Interesse, mathematische Methoden zu entwickeln, die eine Lokalisierung
der
Unwucht ermöglichen, da dann nur Teile der Turbine demontiert werden
müssen.
In dem
BMBF-geförderten Verbundprojekt mit Rolls Royce Deutschland
wurden Methoden entwickelt, mit denen die Unwuchtverteilungen bei
Flugzeugturbinen aus Schwingungsmessungen an der Außenhülle der Turbine
rekonstruiert werden können. Dazu wurde ein mathematisches Modell einer
Turbine
erstellt, das den Zusammenhang zwischen der Unwuchtverteilung in der
Turbine
und den gemessenen Schwingungen über eine nichtlineare
Differentialgleichung
beschreibt. Die Bestimmung der Unwuchtverteilung aus den
Schwingungsdaten führt
dann auf ein nichtlineares, schlechtgestelltes Problem. Auf Basis einer
Analyse
des nichtlinearen Operators wurde ein Software-Paket zur Rekonstruktion
von
Unwuchten programmiert Mit dem entwickelten, mehrstufigen Algorithmus
konnten
erstmals sehr gute Lokalisierungs- und Rekonstruktionsergebnisse
erzielt
werden.

Flugzeugtriebwerke
BR 710 auf Teststand
(Foto: Rolls Royce)
Die
Kooperation mit Rolls Royce wurde mit Ingenieuren aus dem
englische Werk in Derby fortgesetzt: Hier wurde untersucht, inwiefern
sich die
im BMBF-Projekt entwickelten Methoden auch zur Unwuchtrekonstruktion
mit den
bisher bei Rolls-Royce Derby benutzten, linearen FEM-Modellen einsetzen
lassen.
Darüber hinaus wurden zur Rekonstruktion auch Modelle anderer
Hersteller
eingesetzt und die Resultate verglichen.

NASTRAN – ein
lineares FEM-Modell für
Flugzeugturbinen